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Vom Kino auf die DVD/Blu-Ray und ins TV

Wissenswertes bei Film am Schirm

Wie lange braucht ein Film vom Kino auf die DVD und ins TV eigentlich? Oder wie lange braucht er um irgendwo als Download erhältlich zu sein? Eine wichtige Frage für die Filmemacher, für Kinos oder für die heimischen Videotheken und Onlineanbieter, doch auch für uns Zuschauer.

Ich glaube man verliert komplett den Überblick darüber, bei den ganzen Trailern und News, Postern und Ankündigungen. Man hat das Gefühl, dass ständig irgendwas Neues kommt und man immer etwas zu sehen hat und man es sich sofort anschauen muss. Stimmt das überhaupt? Dieser Frage gehe ich in diesem Artikel etwas nach:

Wie sieht die Kette aus

Normalerweise kommt ein Film wie folgt raus:

  1. Zuerst ins Kino
  2. Dann auf DVD/Blu-Ray zum Verleih
  3. auf DVD/Blu-Ray zum Kauf
  4. Pay-TV
  5. Free-TV

Das war viele Jahre ein Vorgang, der sich nun immer schneller beschleunigt. Man bezeichnet ihn als Filmverwertung. Der Markt erlitt durch das Internet in den letzten Jahren eine ziemliche Beschleunigung. Die Raubkopien und illegalen Downloads zwangen die Verwerter der Inhalte dazu die Zeitfenster zwischen den Erscheinungen deutlich zu verkürzen.

Die Erscheinungszeiträume

Beispiel verschiedener Filme und deren Erscheinungszeiträume:

  • James Bond – die Welt ist nicht genug
    • Im Kino: 17.Dezember 1999
    • Auf DVD/Videokassette: (hab ich nicht gefunden)
    • im Free-TV: 08.September 2002
    • Gesamt vom Kino bis ins TV: 972 Tage
  • James Bond ein Quantum Trost
    • Im Kino: 7.November 2008
    • Auf DVD: 28.März 2009 (nach 141 Tagen)
    • im Free-TV: 24.April 2011 (weitere 757 Tage)
    • Gesamt vom Kino bis ins TV: 898 Tage
  • James Bond Skyfall
    • Im Kino: 1.November 2012
    • Auf DVD: 12.März 2013 (131 Tage)
    • im Free-TV: 06.Jänner 2015 (weitere 665 Tage)
    • Gesamt vom Kino bis ins TV: 796 Tage
  • Interstellar
    • Im Kino: 6.November 2014
    • Auf DVD: 27.März 2015 (61 Tage)
    • im Free-TV: noch nicht
    • Gesamt vom Kino bis auf DVD: 61 Tage
  • 47 Ronin
    • Im Kino: 30.Jänner 2014
    • Auf DVD: 27.Mai 2015 (117 Tage)
    • im Free-TV: noch nicht
    • Gesamt vom Kino bis auf DVD: 117 Tage

Man kann nun mehr anführen und je schlechter der Film lief, desto kürzer die Fenster. Es gibt eigentlich Vorgaben die wie folgt lauten:

  • Kino (mindestens 6 Monate lang)
  • Blu-ray/DVD/Video (mindestens 12 Monate lang, 6 Monate nach Kinostart)
  • Pay-TV (mindestens 12 Monate lang, eigentlich 18 Monate nach Kinostart)
  • Free-TV (frühestens 30 Monate nach Kinostart)

Diese Verwertungskette hat den Sinn, dass man in jedem Abschnitt versucht, so viel als möglich einen Film in diesem Zeitraum zu verkaufen und den jeweiligen Anbieter zu schützen. Es sollen die Kinos, als auch die Videotheken, Pay-TV und Free-TV Anbieter auf ihre Kosten kommen. Das sind festgelegte Zeiträume von den Verwertungsgesellschaften der Filme im Zusammenarbeit mit deren Vertriebspartner.

Anhand der obigen Beispiele, und man könnte mehrere Neuerscheinungen anführen, sieht man, dass diese aber deutlich unterschritten werden. Diese Einigungen, gelten schon länger nicht mehr, vor allem seit der Verbreitung von CD-Brenner und dem Internet. Die illegalen Streaming-Dienste tun ihr übriges dazu.

Reell ist es bei den meisten Filmen heute eher so:

  • Kino (ca. 3 Monate lang, auch mehr bei besseren Filmen)
  • Blu-ray/DVD/VoD (ca. 3 Monate lang, exklusiv)
  • Pay-TV (ab. 12 Monate nach Kinostart)
  • Free-TV (frühestens 30 Monate nach Kinostart)

Sind die Filme gefördert, oder gehen nicht sehr gut, verkürzt sich das sogar noch.

Und was kommt noch?

Video on Demand scheint etwas zu sein, worauf man sich fokussieren will in Zukunft. Paramount Pictures hat heute verkündet, dass sie z.B. mit 2 Filmen in den USA einen Versuch starten wollen und die Filme bereits nach 2 Wochen nach Kinostart als Download anbieten wollen. Sie konnten sich mit 2 US-amerikanischen Kinoketten darauf einigen. (die Kinoketten müssen zustimmen, das der Film so schnell als Download oder DVD erhältlich sein wird)
Diesen Video on Demand-Trend wollen viele nicht verschlafen und man beginnt immer mehr solcher Dienste zu sehen. Das Internet wird immer schneller und die Bandbreiten ausreichend für Streaming von 4k Inhalten (doppeltes Full-HD). Doch flächendeckend sind wir da noch lange nicht.

Meiner Meinung nach passiert, was passieren kann. Man setzt dem Zuschauer alle Möglichkeiten offen einen Inhalt so zu betrachten, wie er ihn gerne hätte: Daheim, oder im Kino, über Internet oder einem Datenträger. Wer ins Kino gehen wollen wird, wird wohl mit den ständig steigenden Preisen zurecht kommen müssen und für dieses Erlebnis zahlen. Wer sich für gutes Geld ein Heim-Kino hinstellt und dann Online-Dienste nutzen will, wird es tun können. Videotheken werden wohl ein Nischendasein erleben und es bleibt fraglich, ob sie sich überhaupt je erholen werden.
Und dann wird es wohl noch länger die ärgerliche Gruppe derer geben, die sich Inhalte in mieser Qualität aus dem Internet ziehen. Nicht unbedingt meine Zielgruppe hier auf dem Blog, aber über das werde ich auch mal später ein paar Worte verlieren.

Sicher ist, dass das Interesse an Filmen nicht abnimmt, lediglich die Art sie zu betrachten ändert sich.

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2 Kommentare auf "Vom Kino auf die DVD/Blu-Ray und ins TV"

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[…] schrieb in einem vorherigen Artikel über die Verwertungskette von Filmen und wie lange ein Film braucht um vom Kino auf DVD und dann dann ins TV zu kommen. Anhand dieser Kette konnte man schon feststellen, dass dieser Vorgang kürzer wird und man seitens […]

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